Vita

Pferden laufe ich hinterher, seit ich denken kann. Wie vermutlich fast jedes junge Mädchen habe ich auch in einer Reitschule, ich sage es mal so, auf Pferden gesessen.
Nun bin ich schon ein bisschen älter und damals, das war noch im letzten Jahrtausend,  war es ziemlich normal, dass die Schulpferde morgens auf die Weide kamen. Wenn es schön war. Bei Regen und im Winter standen sie in ihren kleinen, oft auch dunklen Boxen.
Ich war schon immer eine „wilde Sau“ und so fand ich den Unterricht total doof. Abteilungsreiten mit 9-11 weiteren SchülerInnen. An der Tête ritt immer die, die nach Meinung des Reitlehrers am Besten „ritt“.
Kennt man heutzutage noch diesen Unterrichtsstil? „Abteilung Scheeeeeritt“, oder dann auch „Têtenreiter antraben, bei D Volte und aufschließen.“ Usw. usf.

Laaaangweilig. Ich kannte es aber nicht anders, gut, in den Sommerferien machten wir immer Urlaub auf dem Bauernhof. Dort gab es auch ein Pony, dass wir Ferienkinder (2-3 plus die Kinder aus dem Ort) „reiten“ durften. DAS war lustig. Wir spielten Cowboy und Indianer, den Pony-Express (Briefe schnell vom Kuhstall den Hang hinauf auf die Kuhweide bringen) und Springreiten. Ohne Sattel selbstverständlich, denn auf das dicke Tier passte keiner. Schon in diesem jungen Alter stellte sich heraus, dass ich Geschwindigkeit liebe und so teilte ich meinen Eltern neunjährig mit, dass ich Jockey werden will.

Nach einem Intermezzo auf einem Vereinsturnier stellte ich fest, dass ich auf so etwas keine Lust hatte. Mit etwa 10 Jahren kaufte ich mein erstes eigenes Pferd. Ein großer Fehler, wie ich im Nachhinein erkannte. Meine Eltern und ich hatten überhaupt keine Erfahrung in der Haltung von Pferden und verließen uns auf den Bauern, wo wir es hinstellten. Nun, Fridolin kam jeden Tag auf die Weide, auch im Winter. Aber nachts stand er in einer miefigen Box. Dass man Pferde nicht einzeln hält, wurde mir auch erst später klar. Wir machten also so ziemlich alles falsch. Immerhin habe ich dank Fridolin eine wunderschöne Teenizeit erlebt. Hausaufgaben beim Pferd machen, wer kann das schon. Leider wurde Frido dann auch nur 7 Jahre alt- dämpfig! Ich denke noch oft an meinen treuen Freund.

17 jährig fing ich dann meine Lehre als Pferdewirtin, Schwerpunkt Rennreiten an. Ich wohnte am Stall meiner Lehrherrin und lernte eine Menge über Rennpferde, Toll fand ich, dass die Tiere hier tagsüber auf Paddocks kamen. Zumindest die Stuten und Wallache.
Schnelle Galopps, mit jungen Pferden das erste Mal in die Startmaschine gehen, über die Rennbahnhindernisse fliegen, herrlich.
Mit den Rennpferden lebte ich nun die nächsten 7 Jahre. Nach meiner Lehre zog es mich ich an verschiedene Ställe in Bremen, München, Marseille, Köln und Hoppegarten. Einige Rennen bin ich auch geritten und mein größter Erfolg war der Sieg mit Cracherl in einem Nachwuchsreiten in Frankfurt. Ein tolles Gefühl!

Mit der Geburt meines Sohnes überlegte ich, ein etwas geordneteres Leben zu beginnen. Ich schulte um zur IT-Systemkauffrau. Regelmäßiges, ausreichendes Einkommen und geregelte Arbeitszeiten von Montag- Freitag. Nett aber laaaangweilig.

Ohne Pferde geht es aber nicht und so kaufte ich Silvester 1991 eine Stute aus dem Galopprennstall. Um diese Zeit fand ich auch die Zeitschrift „Freizeit im Sattel“ und stellte meinen Ex-Galopper in den Offenstall. Ich meldete meinen Stall zur Beurteilung der Haltung bei der LAG-Gemeinschaft an und bekam 3 Sterne. Was war ich stolz.
Dort kam 1998 auch mein heutiger Freizeitpartner Sonnentänzer zur Welt. Er sollte mein Derbysieger werden. Dieser Traum ist geplatzt aber er ist ein zuverlässiger Kumpel für allen möglichen Quatsch geworden.
Meine Stute starb und unser Verpächter schmiss uns letztVita Daniela und Schrati im Kleeblattmoduslich raus und so sind wir jetzt auf einem Hof, wo „Schrati“ mit 10-15 anderen Wallachen auf riesigen Weiden extensiv lebt.

Im Januar 2016 habe ich meine Ausbildung zur NHC-Barhufbearbeiterin begonnen. Am 7. Mai 2017 habe ich die Prüfung erfolgreich bestanden.

Ich lege Wert auf einen respektvollen Umgang mit dem Partner Pferd und eine naturnahe Haltung. Für eure Fragen stehe ich sehr gern zur Verfügung.

Weiterbildung 2018
  • Therapie im Bewegungsapparat mit Thomas Meffert (03.-06.05. in Waldbrunn) Bericht folgt
  • Verbandsweiterbildung in Würgau (16.-18.03.)
    • Eselhufe mit Thekla Friedrich
    • Goodsmith, alternativer Hufschutz mit Thorsten Kühn
    • „Biologische Medizin“ in der Praxis, bei Hufkrebs, Hufabszess und Hufrehe, Jan Beyer
    • Offenstallkonzepte – Paddock Trail mit Tanja Romanazzi
    • Anpassung Evo Boot, Julia Süttgen